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»Heimatgeschichtliche Pionierarbeit«Der Max-Fürst-Preis des Historischen Vereins ging in diesem Jahr an Otto Huber (Mitte). Die Auszeichnung nahmen vor: zum einen Vorsitzender und Laudator Hans Helmberger (rechts), zum anderen Peter Lachenmeir, Geschäftsführer der Adelholzener Alpenquellen, des Sponsors.            (Foto: Pültz)

Historischer Verein verleiht Max-Fürst-Preis an Otto Huber – Vorsitzender Hans Helmberger würdigt Leistungen

Traunstein – Der Historische Verein für den Chiemgau zu Traunstein hat den Max-Fürst-Preis an Otto Huber verliehen. In einer Feierstunde im Großen Rathaussaal betonte Vorsitzender und Laudator Hans Helmberger, dass Huber »heimatgeschichtliche Pionierarbeit« geleistet habe. Nicht nur seine Forschungen zur Geschichte der Soleleitung und der Saline seien »großartig«, sondern etwa auch seine Beiträge zur Bergsteigerstadt Traunstein und weitere heimatkundlichen Themen. Mit dem Max-Fürst-Preis ehrt der Verein seit 2002 Jahr für Jahr Persönlichkeiten, die sich um die Heimatforschung und um die Heimatpflege große Verdienste erworben haben.

Helmberger erinnerte in seiner Laudatio vor allem auch an ein Projekt, das Otto Huber und seine Mitstreiter im Förderverein Alt-Traunstein durchgesetzt haben: an die Schaffung des Salinenparks, der künftig an die Geschichte der Soleleitung und der Saline Traunstein, jeweils in Betrieb von 1619 bis 1912, erinnern wird. Unterstützt vom Verein, legt ihn die Stadt an, demnächst ist er fertig. Helmberger sagte, dass ein »geniales Triumvirat« im Förderverein jahrelang für den Salinenpark gekämpft habe: der Vorsitzende und »Praktiker« Richard Kraft, der Schriftführer und »Spiritus rector« Otto Huber sowie der »Visionär« Dietrich von Dobeneck.

Nicht nur im Bereich der Erforschung des Salzwesens in Traunstein und Umgebung, auch in anderen Gebieten der Heimatgeschichte habe Huber tiefe Spuren hinterlassen, sagte Helmberger weiter. So erinnerte der Laudator etwa auch daran, dass die Sektion Traunstein des Deutschen Alpenvereins 2010 eine Ausstellung im Heimathaus gezeigt habe, um die großartigen Leistungen der damaligen Bergsteiger vor dem Vergessen zu bewahren. »Otto Huber war hier die treibende Kraft, er suchte nach Quellen der Alpinisten, von denen viele schon verstorben sind, fand Fotos dieser Bergsteiger, die sich zum Teil in der legendären ‚Traunsteiner Klettergilde’ zusammengefunden hatten.« Dieses damals erschienene, von Otto Huber maßgeblich geprägte großformatige Buch scheint laut Helmberger ein »Standardwerk über die glorreichen Zeiten der Traunsteiner Alpinisten« geworden zu sein.

Weitere heimatkundliche Aktivitäten von Huber – sein beruflicher Werdegang führte ihn von Traunstein nach München, Hamburg und in der Rente dann wieder zurück nach Traunstein – waren laut Helmberger dessen Beitrag über den Bau der Queralpenstraße, die den Menschen nicht nur das »Wandern mit dem Kraftwagen« ermöglichen sollte, wie in den 30er-Jahren ein Regierungsbaumeister geschrieben habe, sondern auch und gerade ein Beispiel für den Größenwahn der Nazis gewesen sei. Huber habe auch an den früheren Regierungsbaumeister Anton Grassler erinnert, der sich vergeblich darum bemüht habe, die »salinarische Vergangenheit Traunsteins« im Bewusstsein der Bürger zu verankern. Otto Huber habe »Großes für die Erinnerung an Traunsteins Salzzeit und andere Facetten der Lokalhistorie geleistet«.

Auch Oberbürgermeister Christian Kegel würdigte die Leistungen von Huber insbesondere im Zusammenhang mit der Schaffung des Salinenparks. Dessen Engagement sei, wie der Rathauschef betonte, »einmalig und unbezahlbar.« Huber sei fasziniert von der Soleleitung und von der Saline – und diese Begeisterung habe sich niedergeschlagen in seinem Einsatz für den Salinenpark. Huber sei »ein Glücksfall« für die Stadt. Zusammen mit seinen Mitstreitern vom Förderverein Alt-Traunstein habe er maßgeblichen Anteil am Zustandekommen des Salinenparks. Was er auf die Beine gestellt habe, sei »enorm«.

Stellvertretende Landrätin Resi Schmidhuber würdigte ebenfalls den Einsatz von Otto Huber. Sie betonte, dass seine Arbeit über die Stadtgrenzen hinaus Beachtung finde. So sagte sie, dass er etwas »ganz Gewaltiges« geleistet habe – und zwar nicht nur für die Stadt Traunstein, sondern auch für den Landkreis.

Huber sagte, dass er die Auszeichnung »stellvertretend für meine Mitstreiter vom Förderverein Alt-Traunstein« entgegennehme. Der Max-Fürst-Preis sei für sie eine Anerkennung für den jahrelangen »Kampf« um den Salinenpark: um einen öffentlichen Raum, der künftig einen freien Blick auf die alten Wohnhäuser der Saline aus dem 17. Jahrhundert ermöglicht. Traunstein verfüge nun über eine »neue Visitenkarte an einer ihrer Einfallsstraßen«.

Für eine musikalische Umrahmung der Feierstunde sorgte das Duo Valentina Zeitel und Sophia Biller, zwei Schülerinnen des Annette-Kolb-Gymnasiums.

Gernot Pültz
(aus dem Traunsteiner Tagblatt vom 27.06.2019)

               

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