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Historischer Verein und Landrat verleihen Max-Fürst-Jugendpreis 

„Alles hat seine Geschichte“ 

Vorstandsmitglied Dr. Alfred Kotter würdigt Schülerarbeiten – Drei Haupt- und vier Anerkennungspreise
 Der Historische Verein für den Chiemgau zu Traunstein und der Landrat verliehen den Max-Fürst-Jugendpreis siebenmal: Dr. Alfred Kotter (links), Mitglied des Vorstandes des Historischen Vereins, und stellvertretende Landrätin Resi Schmidhuber (rechts) vergaben drei Haupt- und vier Anerkennungspreise.  Foto  pültz

Traunstein – Vom Brauwesen in Traunstein über den Wintersporttourismus in Reit im Winkl bis zu den Luftangriffen auf Traunstein reichen die Themen der Schüler, die in diesem Jahr den Max-Fürst-Jugendpreis erhalten haben. Der Historische Verein für den Chiemgau zu Traunstein und der Landrat vergaben die Hauptpreise an das P-Seminar Geschichte des Annette-Kolb-Gymnasiums (AKG) in Traunstein, an Miriam Tiling (AKG) und Sonja Böltl vom Staatlichen Landschulheim (LSH) Marquartstein.

Den Max-Fürst-Preis verleiht der Historische Verein Jahr für Jahr nicht nur an einen Erwachsenen, der sich besondere Verdienste in der Heimatpflege und -geschichte erworben hat – heuer ging er an Dr. Hans Jürgen Grabmüller (wir berichteten) –, sondern auch in einer eigenen Kategorie an Jugendliche. Geldgeber ist der Landrat, die Prämierung erfolgt über den Verein. Neben Haupt- werden auch Anerkennungspreise vergeben.

„Identität erwächst immer auch aus der Geschichte“, sagte Dr. Alfred Kotter. Das Vorstandsmitglied des Historischen Vereins würdigte auch heuer wieder die Träger des Max-Fürst-Jugendpreises. Die jahrhundertelang von den Menschen gestaltete Kulturlandschaft vermittle diese Identität ebenso wie die Ortszentren mit ihrer historischen Baubsubstanz. Und weiter: „Den Wert dieser Dinge werden wir umso besser ermessen können, je mehr wir über sie wissen, je tiefer unser historisches Bewusstsein geht.“

Kotter führte aus, dass sich die Jugendlichen mit den unterschiedlichsten Aspekten der Geschichte des Chiemgaus befasst haben – und dass sie nun in den von ihnen bearbeiteten Teilbereichen einen „vertieften Einblick“ besitzen. Vor allem sei ihnen aber eins bewusst geworden: „Alles hat seine Geschichte. Und ohne diesen Blick in die Geschichte wird man auch das Heute nicht verstehen.“

Einer der drei Hauptpreise ging an das P-Seminar Geschichte des AKG, das das Jubiläum 500 Jahre Bayerisches Reinheitsgebot zum Anlass genommen hatte, sich mit der Brauereigeschichte in Traunstein auseinanderzusetzen. Ihre Ergebnisse präsentierten sie in einer Ausstellung. Die Schüler zeigten laut Kotter „vielfältige historische Objekte zur Braukultur“ und informierten die Besucher mit „aussagekräftigen Ausstellungstexten.“

Miriam Tiling aus Bergen, ebenfalls vom AKG, bekam auch einen Hauptpreis. Sie befasste sich in ihrer Seminararbeit mit der „Entwicklung des Wintersporttourismus anhand des Beispiels Reit im Winkl“. Im Zusammenhang mit ihren Ausführungen über den Klimawandel und seine Folgen sei eine Graphik, so Dr. Kotter, „besonders eindringlich“: Die durchschnittliche Schneehöhe ist in den vergangenen 50 Jahren um mehr als 50 Prozent zurückgegangen.

Einen Hauptpreis nahm auch Sonja Böltl aus Marquartstein entgegen. In ihrer Seminararbeit am LSH behandelte sie das Thema „Luftangriffe auf Traunstein“. Im Hauptteil bringe sie, sagte Kotter, eine „gute Darstellung der diversen Bombenabwürfe über Traunstein“. Von ihr „nachvollziehbar herausgearbeitet“ werde der Zusammenhang mit der Heeresmunitionsanstalt bei Traunreut: „Da die Munitionsfabrik selbst aufgrund der guten Tarnung im Wald nicht angegriffen werden konnte, wollten die Alliierten wenigstens den Abtransport über Traunstein verhindern.“  

Max-Fürst-Jugendpreis 2017: alle

Leistungen gewürdigt: 

Neben drei Haupt- vergab die Jury auch vier Anerkennungspreise. Sie gingen an

  • Christina Hübner, Grabenstätt, AKG, Thema: Tourismus im Chiemgau im Wandel der Zeit
  • Lukas Leitenbacher, Petting, Fachoberschule/Berufsoberschule Traunstein, Thema: Politikverdrossenheit der Jungwähler in Traunstein – Mythos, Modephänomen oder Dauerzustand?
  • P-Seminar Deutsch, AKG, Thema: Stadtführung einmal anders : Erlebt, wie Stadtgeschichte lebendig wird – eine szenische Stadtführung von Schülern für Schüler
  • Neunte Klasse (vier Schülerinnen, Erzbischöfliche Maria-Ward-Mädchen-Realschule Traunstein, Thema: Film, Texte und Bilder zur Geschchte des Marktes Teisendorf. 

 

Von Gernot Pültz 

 

 

 

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