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Max Fürst (1846-1917) 

Ein Nazarener im Chiemgau 


Die Pfarrkirchen in Grabenstätt und Bergen hat er ausgemalt, ebenso verzierte er etwa auch die beiden Gotteshäuser in Chieming und Vachendorf. Er ging in der Wallfahrtskirche in Maria Eck zu Werke – und nicht zuletzt schuf er die Fresken in St. Oswald in Traunstein. Deutliche Spuren hinterließ Max Fürst (1846-1917) im Chiemgau. 


Traunstein – Der Ehrenbürger von Traunstein und Grabenstätt verstand jedoch nicht nur den Pinsel, sondern auch die Feder zu führen. So war Fürst, geboren in Traunstein und gestorben dann in München, nicht nur ein Maler, sondern auch ein Heimatforscher, der der Nachwelt 131 Veröffentlichungen wie das „Biographische Lexikon für das Gebiet zwischen Inn und Salzach“ und „Traunstein im 19. Jahrhundert“ vermachte. Und so benannte etwa auch der Historische Verein für den Chiemgau zu Traunstein den Preis, den er Jahr für Jahr in Anerkennung für herausragende Leistungen vergibt, nach dem Heimatforscher. 

Seit zehn Jahren wandelt Werner Hellmuth aus Siegsdorf auf den Spuren von Max Fürst. Das Werk, das der Maler hinterlassen hat, zu erforschen ist sein Ziel, das gleichermaßen umfassende Wirken als Heimatforscher überlässt er einem anderen, der sich noch finden möge. Abschnitte aus dem Leben des Malers Max Fürst erläuterte Werner Hellmuth dieser Tage in einem Vortrag, den der Historische Verein anlässlich des 100. Todestages des Künstlers in der Zieglerwirtsstube des Heimathauses in Traunstein veranstaltete. 

„Die Beichte in höchster Schwäche abgelegt“ 

„Max Fürst war ein Historienmaler“, sagte Hellmuth. Dessen Malstil sei jener der Nazarener gewesen – jener Künstler also, die sich die Erneuerung der Kunst im Geiste des Christentums zum Ziel setzten und sich zu Vorbildern alte italienische und deutsche Meister nahmen. Fürst habe, wie Hellmuth erläuterte, eine schier unglaubliche Schaffenskraft an den Tag gelegt und in nicht weniger als etwa 50 Kirchen gemalt. 

Prägend für den Künstler war eine Italienreise 1872. Ursprünglich hatte er geplant weit in den Süden des Landes zu fahren, nach Neapel, dann jedoch blieb er in Rom hängen. Der Grund: Er erkrankte – und zwar sehr schwer. Hellmuth meint, dass Fürst an der Malaria gelitten habe, die ihn fast ins Grab gebracht hätte. So habe der „sehr religiöse Mann“ später in sein Tagebuch notiert, dass er bereits nach einem Geistlichen gerufen und dann „die Beichte in höchster Schwäche abgelegt“ habe – in Erwartung des Schlimmsten. Doch dann habe er sich wieder erholt. Die schwere Erkrankung habe aber Spuren hinterlassen: Zeit seines Lebens sei Max Fürst ein großer, aber schmächtiger Mann gewesen. 

Fürst hatte zahlreiche Lehrer, die ihn in die Kunst einführten, ihm Wissen und Fertigkeiten vermittelten. Einer der ersten von ihnen war der Zeichenlehrer Joseph Löweneck, der zunächst noch in Traunstein lebte, dann aber nach München zog. Löweneck habe, wie Hellmuth erläuterte, die Fähigkeiten erkannt, die im jungen Max Fürst schlummerten. Auch Max Georg Wiesend, der 1872 in Traunstein den Posten des Bezirksamtmanns übernahm, sechs Jahre später diesen Platz aber nach einem zu wenig energischen Auftritt gegen aufrührerische Rekruten wieder räumen musste, habe den heranwachsenden und sich entfaltenden Künstler beeinflusst. 

1863 immatrikulierte er sich dann an der Königlichen Akademie der Künste in München. Sein Lehrer und Gönner dort war Johann von Schraudolph. Der Professor habe Max Fürst, so Hellmuth, „zu den religiösen Motiven der Nazarener“ geführt. Schraudolph habe die Begabungen erkannt: Max Fürst sei, wie Hellmuth überzeugt ist, einer der „talentiertesten Schüler“ des Professors gewesen. 

Über vielen Bildern von Max Fürst liegt heute der Mantel der Geschichte. Der Geschmack hat sich im Laufe der Jahrzehnte verändert, Malereien, die der Künstler in den Kirchen angebracht hatte, verschwanden von den Wänden und Decken der Gotteshäuser, Gemälde und Zeichnungen wanderten in die Depots der Pfarrgemeinden. Diese Schätze liegen nun schon seit vielen Jahren, wie Hellmuth ausführt, in den Archiven. Um das Lebenswerk des Malers Max Fürst in das Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit tragen zu können, wünscht er sich nur eins: dass die Pfarrarchive die Bestände digitalisieren – und dass dann jeder „reinschauen kann“. 

Werner Hellmuth hat viele Kirchen besucht, die Kunstwerke von Max Fürst besitzen – in allen war er jedoch nicht. Nach Jerusalem fuhr er nicht, auch nicht nach Straßburg. In Luxemburg war er nicht, ebenso wenig wie in Amerika. Während Hellmuth dem über viele Länder ausgebreiteten Werk nicht bis in alle entlegenen Ecken folgen kann, kennt er aber die Spuren, die der Maler in der Region hinterlassen hat, ganz genau. In den Kirchen der Region hat er viel gefunden – zum Teil auch an ungewöhnlichen Stellen. In Erlstätt zum Beispiel fand er ein Bild, das der damals 21-jährige Max Fürst 1867 gemalt hatte, im Dachstuhl. 


Gernot Pültz (Chiemgau Zeitung)

 

Max Fürst war ein Historienmaler und Heimatforscher in Traunstein. An seiner Seite stand Franziska Maria Josefa Fürst, geborene Waldherr. Er heiratete seine Cousine im Jahr 1880.
Das Herz-Jesu-Gemälde in der Kirche Großgundertshausen in der Gemeinde Volkenschwang im niederbayerischen Landkreis Kehlheim ist eines von sehr vielen Werken des Malers Max Fürst.
Werner Hellmuth aus Siegsdorf erzählte aus dem Leben von Max Fürst. Foto Pültz

Max und Franziska Maria Josefa Fürst geb. Waldherr (seine Cousine)
Heirat 27.4.1880
MF * 15.10.1846; + 30.8.1917
FF * 17.5.1841; + 5.4.1924

Herz-Jesu-Gemälde
Signatur „MF“
Kirche Großgundertshausen
Gde. Volkenschwang im niederbay. Landkreis Kelheim

Werner Hellmuth aus Siegsdorf erzählte aus dem Leben von Max Fürst.  (Foto  Pültz)

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