|    So finden Sie uns in Facebook:   

Wolf Dietrich: In Salzburg immer noch lebendig

Prof. Dr. Maximilian Fussl sprach am Freitag, den 24. November 2017 beim Historischen Verein in Traunstein über "Salzburgs Sprechende Steine - Glanz und Elend des Fürsterzbischofs Wolf Dietrich von Raitenau"Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau; copyright Wikipedia


Überraschend groß war das Interesse am Vortrag von Professor Dr. Maximilian Fussl aus Salzburg, der am 24. November 2017 beim Historischen Verein für den Chiemgau zu Traunstein e. V. in der Zieglerwirtsstube des Heimathauses kenntnisreich und lebendig über den wohl berühmtesten Salzburger Erzbischof referierte. Prof. Dr. Fussl hatte sich im Rahmen der Recherchen für sein Buch «Salzburgs sprechende Steine: Glanz und Schicksal des Erzbischofs Wolf Dietrich von Raitenau» mit diesem Repräsentanten des Erzstifts Salzburg beschäftigt, der 1759 geboren wurde, 1787 im Alter von 18 Jahren auf den Salzburger Herrscherthron kam, 1612 abgesetzt wurde und 1617 als Gefangener auf der Festung Hohensalzburg starb. 

Wolf Dietrich herrschte als absolutistischer Fürst, schuf das barocke Salzburg und machte vor allem deshalb von sich reden, weil er ganz offiziell und allen Bestimmungen des Zölibats zum Trotz mit seiner Geliebten Salome Alt sechzehn Kinder hatte, politisch schließlich aber im Kampf mit dem Bayernherzog Maximilian (vor allem um das wirtschaftlich bedeutende Salz) den Kürzeren zog. Seine letzten Lebensjahre musste er unglücklich als Gefangener in der Festung verbringen. 

Prof. Dr. Fussl beschrieb den Stammbaum Wolf Dietrichs, in dem auch ein Großonkel als Papst Pius IV. auftaucht, übersetzte und erläuterte zahlreiche Inschriften, die heute in Salzburg noch an den Herrscher erinnern, und ging auch auf die politische und private Situation des Erzbischofs ein, der mit seinen Bauten das barocke Salzburg begründete und mit seiner eheähnlichen Beziehung zu Salome Alt - für die er das Schloss Altenau, das spätere Mirabell, erbauen ließ - ebenso Bewunderung wie Anstoß erregte. Er ließ im heutigen Sebastiani-Friedhof sein Grabmal erbauen, die Gabrielskapelle, die im Stile eines antiken Mausoleums errichtet wurde und in der heute noch sein Leichnam ruht. 

Die große Resonanz, die dieser Vortrag nicht nur bei den Mitgliedern des Historischen Vereins, sondern auch bei vielen anderen Geschichtsinteressierten aus der Stadt und dem Umland erfuhr, zeigt, dass das Interesse an der Geschichte der nahen ehemaligen Residenzstadt auch im Chiemgau nach wie vor vorhanden ist. 

Hans Helmberger/25.11.2017

Zum Seitenanfang