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Vortrag über die Salzburger "Exulanten"

Mit dem Vortrag von Frau Ingeborg Jerger aus Salzburg beschloss der Historische Verein für den Chiemgau zu Traunstein e. V. am Freitag, den 15. Dezember das Vortragsjahr 2017 und gleichzeitig das «Lutherjahr» zur Erinnerung an den Thesenanschlag des Reformators vor 500 Jahren. 

Frau Jerger erinnert in ihrem Vortrag «Emigration der Protestanten aus Salzburg»  an ein dunkles Kapitel der Geschichte des Erzbistums. Die Referentin hat dazu einen besonderen Bezug, denn auch ihre Vorfahren zählten zu jenen rund 21.000 protestantisch gesinnten Untertanen, die im Jahr 1731 von Erzbischof Leopold Anton von Firmian gezwungen wurden, Haus und Hof zu verlassen und die angestammte Heimat mit einer ungewissen Zukunft in der Fremde zu vertauschen. 

Dabei berief sich der Erzbischof auf eine Bestimmung des Westfälischen Friedens, wonach die Religion des Herrschers auch die seiner Untertanen sein sollte («Cujus regio, ejus religio»). Leidtragende waren die Bauern und deren Gesinde - zunächst die „Unangesessenen”, also die ohne Landbesitz, danach in weiteren Schüben die „Angesessenen”, also jene mit Landbesitz. Auf dem Weg nach Ostpreußen war für die meisten Emigrantengruppen Augsburg die wichtigste Zwischenstation. Die überwiegend evangelischen Bergknappen vom Dürrnberg waren aus wirtschaftlichen Gründen davon nicht betroffen; aber nach einem Bittgesuch um Auswanderung verließen 780 Personen per Schiff Hallein. Damit war Salzburg wieder rein katholisch und blieb es offiziell bis zu seiner Eingliederung 1816 in das Habsburgerreich, in dem das von Kaiser Joseph II. erlassene Toleranzpatent galt. 


Zu diesem Vortrag hat uns Frau Jerger und ihr Sohn diese wunderschönen Bilder zur Verfügung gestellt:

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